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Was Corona mit dem (Schwimm-) Sport zu tun hat!

03 Mai 2020

Nun einige Gedanken zu dem Management der Krise in Deutschland

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Wir hatten Mitte März alle die Bilder aus Italien und Spanien vor Augen. Wir haben das hier so nicht erlebt, weil wir früh genug reagiert haben. Es gab allerdings sofort Bedenkenträger, die alle Berechnungen angezweifelt haben. Leider ist es sehr schwierig, diese zu widerlegen, wenn man sich nicht sehr intensiv mit der Problematik beschäftigt. Wir sind ein Beruf mit wissenschaftlicher Ausbildung, also sollte es möglich sein, die Aussagen kritisch zu prüfen.

Wir haben in Deutschland das Glück gehabt, dass wir keine plötzliche Konfrontation wie die Italiener und Spanier hatten. Aufgrund vieler Umstände hatten diese Pech, aber die Briten und Amerikaner waren fahrlässiger mit dem Umgang und der Beurteilung des Virus. Und zahlen jetzt den Blutzoll für diese Einschätzung. Selbst Schweden hat reagiert und strengere Maßnahmen eingeführt. Aber wir hätten auch noch besser dastehen können, wenn die Politik das ganze schon im Januar ernst genommen hätte. Asiatische Länder haben sehr schnell sehr drastische Maßnahmen ergriffen. Singapur, Taiwan, Südkorea und Hong-Kong sind Beispiele für die Bewältigung ohne umfangreichen Lock-down. Alle waren schneller vorbereitet, haben die Bedrohung ernst genommen und schnell hart reagiert. Es gab auch Probleme, vor allem bei den „billigen“ Arbeitskräften in Singapur oder mit Einschränkungen und erhebliche Kontrolle der Bewegungsfreiheit. So hat jede Gesellschaft ihren Preis zu zahlen.

Ich möchte es mit einem Bild aus meinem Schwimmsport vergleichen. Es gibt den 50 m Sprint, bei dem alles nach rund 20 sec vorbei ist. Man muss aber bei diesem Rennen von Beginn an, also schon vor dem Startsignal voll konzentriert sein, und während des Rennens alles richtig machen, um die Goldmedaille zu gewinnen. Im Gegensatz dazu ist das 1.500 m Rennen. Man muss zwar auch aufmerksam sein, kann aber während des gesamten Rennens eher über die Taktik den Erfolg sichern. Man hat genügend Zeit zu reagieren, kann etwas nachlassen und dann mit Anstrengung wieder die Führung übernehmen. Nach rund 14 min und 30 sec ist dann die Goldmedaille gesichert. In der Zeit hatte der Sprinter schon die Muße, ein Interview zu geben, sich zu erholen und einen kleinen Espresso zu trinken.

Beide sind am Ziel und haben Gold gewonnen! Viele Asiatische Staaten haben den harten, schmerzhaften Sprint hingelegt, wir sind jetzt noch unterwegs, ehe wir am Ziel angelangt sind. Wie im Langstreckenrennen wird es kurz vor dem Ende ziemlich hart, sich für ein Weiter zu motivieren, weil es schmerzt. Das letzte Drittel eines Rennens ist hart, aber wenn man sich dann hängen lässt, dann steht nicht die Medaille als Belohnung, sondern man geht leer aus! Aus meiner Sicht sind wir gerade mal auf der Hälfte angekommen. Die Härten stehen uns noch bevor! Auch in den nächsten Monaten wird es nur mit der nötigen Disziplin gehen.

Ich wünsche Allen viel Gesundheit, Ruhe und ausreichend Geduld für die anstehenden Monate

Martin Grieß